Unglücksrabe 1020.42

Die Lokomotive 1020.42 hat eine sehr bewegte Geschichte.
Am 5. August 1943 verließ sie als E 94 104 in Berlin Hennigsdorf die Werkhallen der AEG und gelangte kurze Zeit später nach Bludenz, wo sie am Arlberg “Karriere” machte. Am 1. April 1954 erhielt sie – entsprechend dem neuen Bezeichnungsschema der ÖBB – die Bezeichnung 1020.42, ab 1985 1020.042-6.  Sie war stets in Bludenz stationiert und heute noch bei Nostalgiezügen aktiv.   Datenblatt 1020.42


1954 wurde die 1020.42 durch die Muttentobellawine im Bahnhof Dalaas verschüttet und umgestürzt. Durch ihr Gewicht rettete sie jedoch einen Teil des Aufnahmsgebäudes des Bahnhofes Dalaas. Die 1020.42, die unter den Schneemassen begraben lag, wurde freigeschaufelt und musste anschließend erst vom Boden losgelöst worden, da sie sich komplett festgefroren hatte. Sie wurde in Bludenz repariert und war Anfang April 1954 wieder im Einsatz.  mehr ⇒


Am 16. Januar 1966 machte der Unglücksrabe 1020.42 wieder von sich reden, als sie im Bahnhof Flirsch durch einen Zusammenstoß mit dem Triebwagen 4060.01 schwer beschädigt wurde.
Der Wiederaufbau der 1020.42 erfolgte anschließend in der Hauptwerkstätte Linz.


1971 konnte ein Güterzug bei der Talfahrt vom Arlberg zwischen den Bahnhöfen Wald am Arlberg und Dalaas nicht mehr abgebremst werden. Mehrere Kesselwagen  entgleisten und stürzten ca. 100 m ab.
Die 1020.42 raste alleine ins Tal und konnte erst in Ludesch zum Stillstand gebracht werden.  mehr ⇒


Durch einen Brandschaden am 7. November 1969 brannte der Führerstand 1 der 1020.42 (schon wieder der Unglücksrabe…) zwischen Braz und Bludenz vollkommen aus. Die Lok musste erneut in die Hw Linz einrücken.

Als erste Lok verließ die 1020.42 dabei am 25. März 1970 das Werk in der neuen blutorangen Lackierung, der den Loks sehr gut zu Gesicht stand.


1995 wurde die 1020.42-6 bei den ÖBB außer Dienst gestellt und an die Modellbaufirma Roco verkauft. Von dieser ging sie 2000 an einen Schweizer Eisenbahnliebhaber, welcher sie in den Verein 1020 in Oberriet einbrachte.
Seit 2009 wird die 1020.42-6 vom Verein Historische Elektrolokomotiven Bludenz betreut und für Sonderfahrten eingesetzt, wie zu meinem Siebziger im Juli 2011.